Wie funktioniert das Aufladen von Elektroautos in Luxemburg?

Sie sind seit kurzem Besitzer(in) eines Hybrid- oder Elektrofahrzeugs? Sie sind interessiert, haben sich aber noch nicht entschieden? Um Ihnen den Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu erleichtern, geben wir Ihnen hier einen Überblick über die Auflademöglichkeiten für Ihr Fahrzeug im Großherzogtum und im Ausland.

Autor AXA LUXEMBOURGErstellungsdatum 02/12/2021

Aufladen zu Hause

Electris ist die gemeinsame Marke des Stromversorgers Enovos und der Fédération des Artisans du Luxembourg. Sie bietet Privatpersonen an, bei sich zu Hause eine Ladestation für ihr Elektrofahrzeug installieren zu lassen.

Es ist zwar möglich, sein Fahrzeug an einer herkömmlichen Haushaltssteckdose (2 bis 3 kW) aufzuladen, doch diese Lösung ist langsam und für den täglichen Gebrauch ungeeignet: je nach Batteriekapazität müssen Sie für eine vollständige Ladung mit bis zu 20 bis 30 Stunden rechnen. Außerdem birgt die längere Nutzung einer Standardsteckdose oder von Verlängerungskabeln Überhitzungsrisiken.

Welche elektrische Ladestation ist die richtige?

LadelösungLeistungGeschätzte LadezeitIdeale Nutzung
Herkömmliche Haushaltssteckdose2 bis 3 kW20 bis 30 StundenNotlösung, kurze Strecken
Verstärkte Steckdose3,7 kWEtwa 12 bis 15 StundenKleine Batterien, geringe Kilometerleistungen
Wallbox (Marktstandard)7,4 kW bis 11 kW4 bis 8 StundenTägliche Nutzung, ideal zum Laden über Nacht
Wallbox mit maximaler Leistung22 kW< 3 StundenGroße Batterien (Fahrzeugkompatibilität prüfen)

Die Wahl Ihrer Installation hängt von mehreren konkreten technischen Kriterien ab:

  • Die verstärkte Steckdose (3,7 kW): eine Zwischenlösung, die die Ladezeit verkürzt, bei großen Batterien jedoch weiterhin an Grenzen stößt. Geeignet für kleine Fahrzeuge oder geringe tägliche Kilometerleistungen.
  • Die private Wandladestation (Wallbox) mit 7,4 kW oder 11 kW: sie ist die Referenzlösung für Privatpersonen. Je nach Fahrzeug ermöglicht sie eine vollständige Ladung in 4 bis 8 Stunden und ist ideal zum Laden über Nacht.
  • Die Wallbox mit 22 kW: die maximale Wechselstromleistung für den Hausgebrauch, doch nicht alle Fahrzeuge können diese nutzen. Prüfen Sie dies anhand der technischen Daten Ihres Fahrzeugs.

Die passende Leistung hängt direkt von Ihrer täglichen Fahrleistung und der Batteriekapazität Ihres Fahrzeugs ab. Für einen Fahrer, der 50 km pro Tag zurücklegt, reicht eine Wallbox mit 7,4 kW völlig aus. Darüber hinaus kann eine höhere Leistung sinnvoll sein.

Hinweis: Die Kapazität Ihrer bestehenden Elektroinstallation kann Ihre Wahl einschränken. Ein Elektriker prüft vor der Installation Ihren Sicherungskasten und nimmt die notwendigen Anpassungen vor.

Um in Ihrer Garage oder in Ihrem Hof über ein sicheres Ladesystem zu verfügen, müssen Sie bei Electris mit Kosten zwischen 1.717 € und 2.770 € rechnen. Der Preisunterschied erklärt sich dadurch, dass Sie Ihren Stromverbrauch über eine App oder Webplattform genau verfolgen können, was praktisch ist, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen diese Kosten erstattet.

Was die Installationsdauer betrifft, so sollten Sie zwischen dem ersten Kontakt und der Inbetriebnahme einige Wochen einplanen: Ein Elektriker prüft Ihre Installation, nimmt mögliche Änderungen an Ihrem Sicherungskasten vor und übernimmt die Abstimmung mit Ihrem Netzbetreiber.

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Aufladen an öffentlichen Ladestationen

Mittlerweile gibt es in Luxemburg fast 800 Ladestationen auf öffentlichen Straßen, die vom Netzbetreiber Creos unter dem Markennamen Chargy betrieben werden. Diese Ladestationen mit einer Leistung von 22 kW finden sich in Krankenhäusern, Parkhäusern und Autobahnraststätten im ganzen Land. Die Standorte dieser Ladestationen finden sie auf chargy.lu.

Wie es funktioniert? Wenn Sie Ihr Fahrzeug an einer Chargy-Ladestation aufladen möchten, müssen Sie einen Vertrag mit einem Stromanbieter wie Enovos, BLUEenergy, Sudstroum usw. abschließen.

Der Anbieter stellt Ihnen dann eine Chargy MKaart aus, mit der Sie den Strom zu dem in Ihrem Vertrag festgelegten Tarif bezahlen können.

Mehr Ladeleistung

Die Anzahl der Ladestationen nimmt weiter zu und an den Hauptverkehrsstraßen werden Superchargy-Ladestationen mit einer Leistung von bis zu 160 kW installiert. Bei dieser Art von Station kann die Batterie in weniger als 35 Minuten von 20 auf 80 % aufgeladen werden. Beachten Sie, dass die Ladekapazität der meisten Autos derzeit nicht mehr als 130 kW beträgt. Luxemburg plant jedoch für die Zukunft und möchte seine Vorreiterrolle bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge beibehalten. 

Aufladen von Elektrofahrzeugen außerhalb Luxemburgs

Auch wenn sich Elektrofahrzeuge auf kurzen, städtischen Fahrten bewährt haben, bereiten Langstreckenfahrten den Besitzern nach wie vor einige Sorgen. Um außerhalb der luxemburgischen Grenzen unbesorgt reisen zu können, erkundigen Sie sich bei Ihrem Betreiber, ob er Roamingabkommen mit ausländischen Betreibern getroffen hat.

Eine weitere Option sind Apps wie Chargemap, mit denen Sie mehr als eine Million Ladestationen in ganz Europa finden können. Das Unternehmen bietet auch einen wiederaufladbaren Pass an, mit dem Sie Zugang zu den meisten europäischen Ladenetzen haben und dort bezahlen können. Ein weiterer Vorteil des Dienstes ist, dass er sich auf eine Community von mehr als 3.000.000 Fahrern von Elektrofahrzeugen stützt, die täglich die Informationen zu den einzelnen Gebieten ergänzen.

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Beihilfen zur Unterstützung bei der Installation einer Ladestation

Der luxemburgische Staat unterstützt im Rahmen seiner Klimapolitik die Installation privater Ladestationen zu Hause finanziell. Eine Beihilfe deckt einen Teil der Installationskosten; je nach gewählter Option kann die Obergrenze bei bis zu 1.200 € liegen, für eine Standardinstallation beträgt sie mindestens 750 €. Um diese Beihilfe zu erhalten, muss die Ladestation intelligent (steuerbar) sein, von einem zugelassenen Fachbetrieb installiert werden und die Wohnung muss sich in Luxemburg befinden. Die Bedingungen unterscheiden sich je nachdem, ob es sich um ein Einfamilienhaus oder um eine Miteigentümergemeinschaft handelt (bei der die Zustimmung der anderen Miteigentümer erforderlich sein kann). Da sich Beträge und Bedingungen regelmäßig ändern, empfiehlt sich vor Beginn Ihrer Arbeiten eine Prüfung auf guichet.lu.

Welche Risiken bestehen und welche Sicherheitsmaßnahmen sind zu ergreifen?

Eine private Ladestation zu Hause ist, wenn sie korrekt installiert wurde, eine sichere Lösung. Dennoch sollten Sie die Risiken kennen, die mit einer nicht vorschriftsmäßigen Installation verbunden sind. Eine Überlastung des häuslichen Stromnetzes, ein Kurzschluss oder, in den schwersten Fällen, ein Brand können entstehen, wenn die Installation nicht für die benötigte Leistung ausgelegt ist.

Deshalb ist es unerlässlich, einen zertifizierten Installateur zu beauftragen, der die Konformität Ihres Sicherungskastens prüfen und einen geeigneten Fehlerstromschutzschalter mit korrekter Erdung installieren kann. Diese Vorrichtungen verringern die Risiken im Falle eines Defekts erheblich.

Aus versicherungstechnischer Sicht kann die Installation einer Ladestation zu Hause Auswirkungen auf Ihre Hausratsversicherung haben. Es wird empfohlen, die Installation Ihrem Versicherer zu melden: Eine zugelassene und korrekt installierte Ladestation ist in der Regel gedeckt, doch eine fehlende Meldung könnte Ihre Entschädigung im Schadensfall gefährden. Wenden Sie sich gerne an Ihren AXA-Berater, um Ihren Vertrag gemeinsam zu prüfen.